Klimaschutz & Photovoltaik
Schnorbach setzt seit vielen Jahren auf erneuerbare Energien und auf das Energiesparen – mit Photovoltaik auf vielen Dächern, einem eigenen Förderprogramm für die Bürger und Projekten der Gemeinde. Dafür wurde Schnorbach 2018 bundesweit ausgezeichnet. Mehr zu unseren Windrädern finden Sie auf der Seite Windenergie in Schnorbach.
Photovoltaik im Ort
Die erste Photovoltaikanlage auf einem Schnorbacher Dach ging im Mai 2006 in Betrieb. Seitdem ist die Zahl stetig gewachsen – besonders, seit die Gemeinde ab 2015 mit ihrer Energiesparrichtlinie auch Photovoltaik und Batteriespeicher gefördert hat:
| Jahr | Anlagen | installierte Leistung |
| 2014 | 9 | 113 kW |
| 2015 | 11 | 133 kW |
| 2016 | 16 | 171 kW |
| 2017 | 20 | 210 kW |
| 2018 | 24 | 277 kW |
| 2019 | 31 | 341 kW |
| 2020 | 35 | 380 kW |
Hinzu kamen bis 2020 14 Batteriespeicher. Pro Einwohner war in Schnorbach damit schon 2018 mehr als doppelt so viel Photovoltaik-Leistung installiert wie im Durchschnitt von Rheinland-Pfalz und Deutschland. (Stand: September 2020)
Auch die Gemeinde selbst erzeugt Solarstrom: Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher versorgt seit 2018 die Straßenbeleuchtung, 2020 kam eine Anlage auf dem Bauhof hinzu.
Die Solaranlage auf dem Acker, die nicht kam
2009 prüfte die Gemeinde, ob auf einer gemeindeeigenen Ackerfläche von rund 10 Hektar eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen kann. Nach zwei Bürgerversammlungen stimmten in einer Bürgerbefragung im Oktober 2009 rund zwei Drittel dafür, im November 2009 beschloss der Gemeinderat, die Fläche in den Flächennutzungsplan aufzunehmen. Mit rund 43.600 Modulen sollten jährlich etwa 3 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Im April 2010 nahm die Bundesregierung Ackerflächen jedoch aus der Förderung heraus – damit war die Anlage wirtschaftlich nicht mehr möglich, und die Planungen wurden eingestellt.
Das „Schnorbacher Modell“: die Energiesparrichtlinie
Ein Teil der Pachteinnahmen aus den Windrädern floss ab 2015 in ein eigenes Förderprogramm für die Bürger. Der Gemeinderat beschloss die Energiesparrichtlinie im Mai 2015 einstimmig. Haushalte erhielten eine kostenlose Energieberatung und Zuschüsse, zum Beispiel für sparsame Haushaltsgeräte, Heizungspumpen, neue Fenster und Türen, Dämmung, Wärmepumpen, Pelletheizungen, Photovoltaik und Batteriespeicher. Fast alle Arbeiten führten Handwerker aus der Region aus.
Bilanz bis September 2020: 56 Haushalte haben eine Förderung erhalten. Ausgezahlt wurden rund 136.000 €, ausgelöst wurden damit Investitionen von rund 738.000 €. Gefördert wurden unter anderem 21 Photovoltaikanlagen, 12 Batteriespeicher und 137 Fenster und Türen.
Das Modell hat im Rhein-Hunsrück-Kreis Schule gemacht, viele Gemeinden haben es übernommen. Die Energiesparrichtlinie ist derzeit nicht in Kraft.
Dokumente und Presse zur Energiesparrichtlinie (Archiv):
Bundessieger „Klimaaktive Kommune 2017“
Für die Energiesparrichtlinie wurde Schnorbach im bundesweiten Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2017“ des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Januar 2018 in Berlin statt, in der Presse war vom „Klimaschutz-Oscar“ die Rede. Mit dem Preisgeld von 25.000 € baute die Gemeinde die Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher für die Straßenbeleuchtung. 2019 kürte die Agentur für Erneuerbare Energien Schnorbach außerdem zur „Energie-Kommune des Monats“.
Foto von der Preisverleihung in Berlin am Brandenburger Tor (JPG)
Energieagentur Rheinland-Pfalz: Schnorbach gewinnt den Klimaschutz-Oscar (externer Link)
Weitere Projekte der Gemeinde
LED-Straßenbeleuchtung: 2023/2024 wurde die Straßenbeleuchtung auf sparsame LED-Technik umgestellt, gefördert vom Bund im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.
Elektro-Dorfauto: Schnorbach nahm 2019/2020 am Dorfauto-Projekt des Rhein-Hunsrück-Kreises teil; 2021 beschloss der Gemeinderat ein eigenes Elektrofahrzeug. Geladen wird es mit Solarstrom vom Bauhof.